Es geht nicht mit rechten Dingen zu, wenn plötzlich eine riesige Hand aus den Wolken nach einem Schaf auf der Wiese greift. Aus meinem Auto kann ich die Herde etwa eine Minute lang beobachten, bevor sie hinter einem Hügel verschwindet...bevor ich hinter einem Hügel verschwinde, richtig gesagt. Da kommt nun diese massive Hand und schnappt sich zielgerichtet eins der Schafe. Zielgerichtet. Wenn ich wahllos eine Ameise im Haufen zerdrücke, sieht das anders aus. Man stelle sich vor, eine der Ameisen hätte einen Nanopeilsender und ich einen Roboarm. Das! wäre eine ähnlich zielgerichtete Bewegung.
Die riesige Hand umfasst das Schaf vorsichtig, behutsam. Das auserwählte Lamm wird gen Himmel gehoben. Zuerst langsam, die Hufe verlassen den Boden, dann schnell, das Tier schwebt immer höher. Ich fahre extra langsam, aber gleich wird der Hügel die Szene verdecken. Da wackelt das Schaf leicht und entgleitet der starken Hand. Als es gerade fällt, kommt mir ein Auto entgegen und zwingt meine Aufmerksamkeit auf die enge Straße. Im Augenwinkel sehe ich noch eine geöffnete Hand, die nach unten schießt, da ist auch schon alles vorbei. Wie ich nun mal bin, vergesse ich das Bild beinahe sofort und denke nur noch: glückliches Schaf.
Mittwoch, November 10, 2010
Glückliches Schaf
Eingestellt von Tino Lingenberg um 23:52
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