Samstag, August 18, 2007

Bands at Flevo Festival

Wir waren kaum vierundzwanzig Stunden auf dem Festival und hatten zwei Auftritte zu absolvieren. Trotzdem hat die Zeit genügt, um einige gute Bands zu entdecken.

Ein Highlight sind für mich Sixstarhotel im La Luna. Sehr retromäßiges Outfit, für mich fast schon zu klischeehaft - aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Auf der Bühne passt dann alles zusammen. Perfektes Timing, Breaks und Taktwechsel wirken souverän wie aus dem Ärmel geschüttelt. Ein wanna-be-magersüchtiger Gitarrist verfällt für die Dauer des gesamten Konzertes in epileptische Zuckungen, der blasse Schlagzeuger verliert beinahe seinen ungeheuer stilechten Oberlippenbart. Unbedingt mal anhören!
Dann kommen Over the Rhine. Wie ich feststellen muss eine schon ziemlich lange etablierte Band. Eine wunderbar hauchende Frauenstimme trifft auf Folk-Begleitung und lässt sich ganz laid back vom Pianisten verjazzen. Sehr...naja, romantisch eben.
Wo wir gerade bei schönen Stimmen sind - bereits am Donnerstag abend laufen mir at the close of every day über den Weg. Mir gefällt ja die holländische Sprache. Und jetzt weiß ich auch, dass man mit ihr Menschen in den Schlaf singen kann. Die Band stammt aus dem kleinen aber feinen holländischen Banduniversum rund um This Beautiful Mess und the spirit that guides us. Immer wenn ich eine holländische Gruppe sehe, habe ich ein Deja vú-Erlebnis ('Den Gitarristen kenn ich doch' - 'Ist das nicht der Sänger von...' - 'Hey, das Plektrum hab ich schon mal gesehn'). Nach dem Konzert entdecke ich noch eine Live-DVD der Band, auf der sie von David Eugene Edwards (Woven Hand, 16 Horsepower) unterstützt wird. Geil!

Mitten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag geben Narnia uns eine Lektion, was es bedeutet, trVe zu sein. Bei dem Metal-Gepose geht mir echt das Herz auf. Und als plötzlich ein finster dreinschauender Feuerschlucker auf der Bühne steht, kann ich nicht mehr an mich halten und lache laut los. Ganz possierlich! Und folgerichtig...wer schon glitzernde Buchstaben auf seiner Jacke hat, der muss auch am Ende der Show eine Ich-durchbohr-den-Sänger-Varietéeinlage bringen.

Über Michael W. Smith hab ich ja schon geschrieben. Was läuft noch auf der Mainstage? Zum Beispiel der langerwartete, heißersehnte, junge frische Act Hillsong London. Bei dem Konzert schafft es ein orangefarbener Luftballon, meine Aufmerksamkeit für etwa zehn Minuten zu fesseln. Dann schau ich mir noch etwa fünf Minuten den eindrucksvollen Kamerakran an. Muss Spaß machen, den zu bedienen. Aber sonst...ach ja - da ist noch diese rote Diskusscheibe, die immer mal wieder in meine Richtung fliegt. Zeit, sich noch eins dieser süßen kleinen Apfelküchlein zu holen, die hinter der Bühne rumliegen.

1 Kommentare:

Backhausbrot hat gesagt…

Sehr geiler Bericht!

Björn ;-)