Samstag, Mai 12, 2007

"bibeltreues" Informationsblatt über Papst-Buch

Jetzt ist es amtlich: niemand hat an dem Buch "Jesus von Nazareth" von Papst Benedikt XVI. inhaltlich grundlegendes auszusetzen. Und was macht ein Journalist, der das Buch eigentlich nur liest, um es niederzumachen? Ganz einfach - er kreidet ihm an, dass es inhaltlich so gut ist, um die evangelischen Christen zu verführen und der katholischen Kirche einzuverleiben. So geschehen im Informationsblatt "Topic" von Herausgeber Ulrich Skambraks. Der Autor lobt in seinem Artikel die "weitgehend zutreffend[e]" Nacherzählung des Lebens Jesu, dass er auf die "Einheit der Schrift" achtet und der historisch-kritischen Methode ihre Grenzen aufzeigt.

Seine Kritikpunkte sind zum einen, dass Ratzinger überhaupt die historisch-kritische Methode anerkennt, selbst wenn sie auch noch so gemäßigt ist. Zum anderen, dass er die "typischen katholischen Sonderlehren" wie "Taufwiedergeburt, Eucharistie, Heiligenverehrung, Vorrangstellung eines Kirchenführers (Papst-Primat)" vertritt. Es fällt auf, dass nur diese spärlichen Kritikpunkte in der Überschrift des Artikels vorkommen ("Papstbuch: bibelkritisch und katholisch"). Immerhin soll ja eine bestimmte Zielgruppe angesprochen werden.

In seinem Fazit spekuliert der offensichtlich von großem Misstrauen geprägte Autor über die Motive, die zur Entstehung des Buches geführt haben:

"Zusammenfassend kann man sagen: Soweit Benedikt XVI. die Stationen des Lebens und Lehrens Jesu nacherzählt, findet sich viel Positives und Biblisches. Aber gerade weil das Buch die Bibelkritik und die röm.-kath. Sonderlehren in wenig aufdringlicher, aber wohl dosierter Form einfließen lässt, ist das Buch letztlich eine Verführung und als Versuch zu werten, getrennte protestantische Geschwister in den Schoß der Papstkirche zurückzuführen."


Dem gegenüber steht Ratzingers eigene Aussage zu seiner Motivation:

"Dieses Buch ist in keiner Weise ein lehramtlicher Akt, sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens nach dem Angesicht des Herrn."



Zitate (außer dem letzten) aus:
Skambraks, Ulrich (Hrsg.) Topic Nr.5 - Mai 2007 S.4, Kreuztal

4 Kommentare:

fono hat gesagt…

Soll er schreiben. Herr Skambraks ist ja nun nicht unbedingt für seine objektiven Artikel bekannt. Außerdem gibt es doch dieses Sprichwort mit dem Wildschwein, das sich an der Eiche schubbert :)

bodenpersonal hat gesagt…

oh man, leute die immer etwas böses und schlechtes geradezu suchen, werden wohl immer etwas finden. traurige persönlichkeiten sind das, denen man nur wünschen kann, dass sie diesen zustand irgendwann überwinden.

Marcus hat gesagt…

Skambraks nennt die Dinge zumindest beim Namen. In einer Zeit, wo alles im Christentum nur noch auf Verweltlichung und Ökumene hinausläuft, ist er wohl einer der wenigen "Rufer in der Wüste" - meine Meinung.

Christian hat gesagt…

Skambraks ist zwar nicht immer objektiv (und zugegeben oft auch zu pessimistisch), aber in diesem Fall hat Skambraks wieder einmal absolut recht. Nach den beschämenden Szenen, die sich beim Papstbesuch in DE abgespielt haben (evang. Kircheführer biedern sich beim Papst schon fast unterwürfig an - Igitt), sind solche Warnungen dringendst erforderlich.

Im Übrigen sollte man sich in einer Position wie der Papst sehr gut überlegen, ob man "persönliche" Bücher veröffentlicht - sowas wird insb. vom kath. Kirchenvolk gerne als offizieller Standpunkt angesehen und verinnerlicht.....