Donnerstag, Oktober 22, 2009

Anders denken

Unselbst verwirrter ist manches, was sich bei mir nach vorne denkt. Phantomschlucken ein Reflex, der im Vorführeffekt inexistent wird. Buchstaben zählen, von eins bis drei gegliedert, Viererpacken als Nachgeburt. Eine eigene Welt mit festen Regeln. Doch die Regeln bestimmen nicht das Geschehen. Sie biedern sich ihm an.
Beispiel: Eine Vierergruppe braucht vier verschiedene Buchstaben oder alternativ mindestens drei gleiche. So die Vorgaben. Bringt die gedankliche Auswertung eines Motivs im Satz aber nur ein Buchstabenpaar zusammen, etwa (Blumen)BEET, spinnt der Interpretationsapparat weiter, aus rein konditioniert ästhetischem Zwangsideal. Lässt das Ausgesprochene unangetastet, passt Regeln an. Beliebt: Aufspaltung in zwei Dreier. BET BET. Alle Buchstaben kommen vor. Weil's unrichtig ist noch ein Vierer hinterher: LUME. Aus dem vorherigen Morphem der systemimmanenten Amplitudenstärke nach ausgeliehen. Auch gut: UMEN. Klarheit. In einem opportunistischen System. Also völlig deplatziert. Eigentlich unanders natürlich bei dem Kopf. Mit emphasiertem Dem. Statt über den Inhalt nachzudenken. Danke für's Zuhören.

Mittwoch, September 16, 2009

Dimensionales

Wenn mein Crazy Chicken über die Straße wackelt, grinst sich ein netter alter Opa in der fünften Dimension in den langen Rauschebart. Jedes technische Gerät ist eng mit einer oder mehreren Personen in einer der äußeren Dimensionen verknüpft. Die ersten Flugversuche der Gebrüder Wright korrelierten stark mit spontanen Volksfesten in diversen unwahrscheinlichen Quantenzuständen. Dagegen führte der Untergang der Titanic zum vorzeitigen Ableben einer kompletten norwegischen Forschungsexpedition am magnetischen Nordpol im Jahre 4091 vor oder nach Bob. Oder währenddessen.
Die genauen interdimensionalen Zusammenhänge sind noch weitgehend unerforscht. Es scheint sich dabei aber um feststehende Naturkonstanten zu handeln. Um so neugieriger sind Wissenschaftler aller Couleur, welches der heute erhältlichen Mobiltelefonfabrikate ursächlich die zunehmende Demenz des Großkhans Ulff...pffff hervorrief. Macht ja nix. Der Name des Großkhans übrigens zeichnet sich durch eine solche Beharrlichkeit aus, dass er am Ende eines Textes zurückkehrt und alles übertönt. Aber das nur am Ranfffffffff

Mittendrin

Ja naja, was soll man da sagen? Bin vollends in den Alltag abgetaucht. Ausbildung angefangen, Auto gekauft, Versicherungen abgeschlossen. Unterrichten und Unterrichtet Werden. Volle Wochen. Und am Wochenende gibt's zur Abwechslung Konzert, Kirmes, Kneipe, Kontaktpflege. Fühlt sich insgesamt stabiler an als der Lebensabschnitt vorher. Genau richtig also. Alles Andere muss neu platziert oder aufgebaut werden. Soviel dazu.

Dienstag, Juli 21, 2009

Lokalpartyautismus

Bartschritt im Vespawald...das ist mein Dorf, hier bin ich zuhause.
Ich liebe es, durch die Landschaft zu fahren - über Rampenshit auf die Fluxhaube, dann über Eiterberg und Krustenheim wieder zurück nach Bartschritt. Oder den Fahrradweg über Tristorf und Rod nach Schmöllpach. Armdruff und Junckers Port sind schnell durchfahren. Wenn du dann Pork durchquert hast, liegt Airborne mit dem schönen Schloss und der Hohen Schule vor dir.
Bartschritt im Vespawald...das ist mein Dorf, hier bin ich zuhause.

Montag, Juni 22, 2009

Ich will dich
Nicht
Sagt mein Desinteresse
Das keines ist.


Nenn's doch gleich Twitter-Lyrik

Dienstag, Juni 02, 2009

Morgen ist nur hypothetisch

Ein unangenehmer Gedanke, schon ins Bett zu gehen. Warum soll ich dafür sorgen, dass der Morgen länger wird? Der Abend ist doch viel schöner. Aber wenn ich Heute zu lang mache, verliert Morgen die Energie. Also werd ich ins Bett gehn für den Typ, der mein Morgen lebt. Ich hoffe, du dankst es mir. Hau rein!

Donnerstag, März 19, 2009

Man of the World

Manche Lieder faszinieren mich schon beim ersten Hören. Einige davon verlieren nach einiger Zeit ihren Reiz wieder. Doch andere wachsen mit mir.
Es dürften mittlerweile zehn Jahre ins Land gegangen sein, seit ich zum ersten Mal "Man of the World" von Fleetwood Mac auf einer frisch gekauften Compilation CD entdeckt habe. Der Mann hinter dem Song ist Peter Green. Eine leise Bluesgitarre spielt die charakteristische Melodie und schon hat sich das Lied mit meinem Leben verbunden. Ich spare uns eine ausführliche Analyse. Das Lied ist recht kurz und nicht besonders überladen. Ich weiß nicht genau, warum es mich so anspricht. In der langen Zeit habe ich es immer noch nicht herausgefunden. Eigentlich ist es kurz, eingängig, vielleicht sogar gewöhnlich. Und doch ist es groß. Eigentlich...Das Wort "eigentlich" beschreibt das Lied wohl am besten. Schauen wir uns eine Strophe an:

Eigentlich...
"I guess I've got everything I need,
I wouldn't ask for more.
And there's noone I'd rather be,"

Und doch...
"I just wish that I'd never been born"

Eigentlich geht es um einen erfolgreichen Mann von Welt. Und doch ist das Lied klein. Und der Mann ist traurig. Er will uns mit einem Schwank aus seiner Jugend unterhalten...wie oft er geweint hat. Und nicht mehr traurig sein wollte.

"And how I wish I was in love"

Fertig.
Das war's schon? Ging schnell. Und ist auch nicht viel passiert. Eigentlich.

Dienstag, März 17, 2009

Sie nannten ihn April

Sie nannten ihn April, denn er wusste nicht, was er wollte. Manchmal kam er auch zwei Wochen zu früh. Er hatte einen erfrischenden Charakter. Wo er hinkam, blühten alle auf. Gerade die Kleinsten, die immer unscheinbar und ängstlich waren, kamen als erste hervor und präsentierten sich in schillernden Farben und Formen. Manche waren auch etwas zu gutgläubig und lernten seine bittere Seite kennen. Über Nacht konnte er vom schönsten Strahlen zur eisigen Fratze erstarren und das eben erwachte Leben mit kaltem Frost überziehen. Aber diese Zeiten hielten nie lange. Immer behielt am Ende das Strahlen die Oberhand. Klein und groß wurden immer offener und wuchsen dem Licht entgegen. Einige Zeit später erwachten auch die Altehrwürdigen. Sie konnten sich kaum bewegen und waren schon von dicken Falten und Furchen übersät, doch wenn er sie mit seiner Wärme beschenkte, zeigte sich ihre ganze Weisheit und ihre Erfahrung in neuem Glanz, in prächtigen, zahllosen kleinen Blüten, die sich zu großen Monumenten zusammenfügten und von frischem Wind erfasst alles Geschaffene mit ihrer Vitalität noch überragten.

Er fegte die Trauer über das lange Vergangene beiseite und überzeugte uns von einem Neuanfang. Er ließ uns nach vorne blicken. So unbeständig und wechselhaft er auch war, er brachte neues Leben.

Und auch wenn er seine Mission schon unzählige Male erfüllt hatte, er wurde nie müde, immer wieder von vorn zu beginnen und alle Welt mit seinem Lebenswillen wieder neu anzustecken. Wir wurden älter, wurden müde, doch er kam jedesmal zurück, als wäre er gerade erst neu geboren, hauchte Leben auch unter unsere von den Jahren verbrauchte Haut und rief uns in den Kreislauf hinein, aus dem wir schon so oft herausgefallen waren.

Sie nannten es Werden und Vergehen. Doch das Werden hört nie auf.